Bild einer historischen Urkunde vor einem schwarz weiss Foto des alten Selhamin-FarbwerksDIE FRÜHEN JAHRE

Karl-Heinz Westhoff übernimmt die Firma Ernst Sonderhoff Dichtungsmassen, die einkomponentige Dichtungsmassen vertreibt. Hergestellt werden diese Dichtungsmassen bei der Selhamin-Farbwerk - Dr. Franz Westhoff GmbH, die sein Vater Dr. Franz Westhoff, in den dreißiger Jahren erwarb.

Damals wurden noch lösemittelhaltige Dichtungsmassen in Motoren von großvolumigen Schiffsdieseln, Traktoren, Erdbewegungsgeräten, Baggern, Kränen, aber auch in Schwerlast-Getrieben und elektrischen Getriebemotoren eingesetzt.

Die hervorragende Dichtungswirkung sprach sich in der Branche herum. Schnell zählten namhafte Unternehmen wie KHD, Liebherr, Fendt, ZF-Friedrichshafen, SEW, Case-Poclain und International Harvester zur Klientel.

DIE CHEMIE MUSS STIMMEN HEUTE WIE DAMALS

Ein schwarz weiss Foto mit Mitarbeitern des Sonderhoff Labors. Davor der alte Verpackungstitel von Fermapor.

In den sechziger Jahren beginnt Sonderhoff mit der Entwicklung von Dichtungsmassen für die Verpackungsindustrie. Die Falzdichtungsmasse FERMATEX 1002 sowie FERMATEX S 952 für die Fiber- und Weißblechverpackung sind die ersten Entwicklungen in diesem Segment.

Es folgte das einkomponentige PVC-Compound FERMAPOR® DD 980, das sich automatisch applizieren lässt und durch Wärmezufuhr zur Aufschäumreaktion gebracht wird.

Der historische Briefkopf der Firma Ernst Sonderhoff.

Sonderhoff realisierte erstmals mit dem BASF eigenen Verpackungsunternehmen die Idee der Reaktionsdichtmassen. Hierbei gelang es bei Raumtemperatur allein durch die Vermischung von zwei flüssigen Komponenten das Aufschäumen eines Dichtungskörpers aus Polyurethan zu erzeugen.

FERMAPOR® K 31 ist geboren und wird alsbald zum Patent angemeldet. FERMAPOR® K31, das neue zweikomponentige, kaltvernetzende Polyurethanschaumsystem sollte die Dichtungsapplikation im Bereich der Kunststoffdeckel und Schwarzblech-Fassdeckel revolutionieren, jedoch gingen bis dahin noch viele Versuche ins Land.

Scan der Patentschrift Nr. 15 94 266 zur Abdichtung von Verpackungsmitteln mit 2K-Polyurethanschaum aus den 1960er Jahren.

INNOVATIONEN

Endlich ist es soweit, nach langem zähen Ringen, das sich über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren erstreckt  hatte, wird 1980 das Patent Nr. 15 94 266 weltweit zur Abdichtung von Verpackungsmitteln mit 2K-Polyurethanschaum erteilt. Innovative Entwicklungen im Maschinenbereich werden ein entscheidender Wachstumsmotor zum Einsatz und zur Verbreitung.

Die FIPFG (Formed-in-place foam gasket) – Dichtungstechnologie mit FERMAPOR® K31 wird geboren. Erstmalig fährt ein Mischkopf über das abzudichtende Werkstück und trägt dabei das Komponentengemisch in die Nut des Werkstücks ein.

DER UMWELT ZU LIEBE

Sonderhoff entwickelt das Reinigungsmittel SOFLEX, das als wasserlösliches Reinigungskonzentrat für Mischköpfe eingesetzt wird und die vormals eingesetzten Lösungsmittel wie Methylenchlorid überflüssig macht. Mit Hochdruck erarbeitet Sonderhoff neue Lösungen und ersetzt alle Treibmittel durch umweltverträgliche Alternativen. Somit ist SONDERHOFF einer der ersten Anbieter weltweit, der konsequent auf den Einsatz von chlorierten und halogenierten Kohlenwasserstoffen als Treibmittel bei der Formulierung und der Verarbeitung von Polyurethanschaumsystemen verzichtet.

Bild von einer der ersten vollautomatischen Misch- und Dosieranlagen auf der K'83

DER ERSTE LINEARROBOTER

Einführung der Linearroboter-Technik im Dosieranlagenbau. Auf der Kunststoffmesse K´83 werden erstmals Misch- und Dosieranlagen vorgestellt, die sich dieser Technik bedienen. Schneller besser und damit günstiger lassen sich nunmehr Dichtungen auch in komplizierten Geometrien aufbringen.

Foto von Heinz und Rolf Westhoff auf einer Betriebsfeier im Sommer.

GENERATIONENWECHSEL

Die Söhne des Firmengründers Karl-Heinz Westhoff, Rolf und Heinz Westhoff werden Gesellschafter der ERNST SONDERHOFF GmbH & Co. KG. Der Generationswechsel ist damit eingeleitet.

EDF MASCHINENFABRIK

EDF präsentiert die erste 2-K Klebeanlage DM 110 mit dem Mischkopf MK 200 auf der K´92 in Düsseldorf. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits die ersten Kontakte zu Sonderhoff. Daraus resultierten in Folge die ersten gemeinsamen Dichtungsschäumprojekte. Durch die gute und professionelle Zusammenarbeit ergeben sich rasch auch Gespräche auf Gesellschafterebene.

Drei Logos aus der Geschichte der EDF.

SONDERHOFF & EDF 

Unternehmerische Vision, Erfahrung und Kundenorientierung veranlaßten Heinz und Rolf Westhoff einen neuen Gedanken zu fassen und mit der Übernahme der Maschinenfabrik EDF in die neu formierte Westhoff-Gruppe einen mutigen Schritt zu tun. Das war auch die Geburtsstunde von "System 2". Dies bedeutet "Material & Maschine" aus einer Hand unter einer Verantwortung.

Fotografie des Messestands von Sonderhoff und EDF auf der K'93 in Düsseldorf

Anlässlich der K´95 in Düsseldorf war es dann soweit. Bei diesem ersten gemeinsamen Messeauftritt von Sonderhoff und EDF wurde der neue Mischkopf MK 400 vorgestellt. Diese revolutionäre Neuentwicklung ermöglicht die Reinigung der Mischkammer, Mischelemente und Auslaufdüse per Hochdruckwasserspülung. Damit wurde ein Einsatz von Lösungsmitteln für Kunden von EDF Anlagen nicht mehr nötig.

Fotografie von Karl-Heinz Westhoff

Nach nahezu vierzig Jahren unternehmerischem Einsatz geht der Kapitän Karl-Heinz Westhoff 1995 von Bord und übergibt ein hervorragend aufgestelltes Unternehmen seinen beiden Söhnen Rolf und Heinz Westhoff, die nun Gesellschafter und Alleininhaber des Unternehmens sind.

FERMA POLYMERSERVICE GMBH

Um den Service bei Kunden nachhaltig zu verbessern wird 1997 die FERMA Polymerservice GmbH gegründet. Damit ergänzt FERMA die Ausrichtung der Unternehmensgruppe in punkto Kundenorientierung als verlängerte Werkbank. Das neue Unternehmen bietet als Dienstleister das Lohnschäumen, die Herstellung von Musterteilen sowie die Übernahme von Serienproduktionen zur Abdichtung von industriellen Bauteilen an. Hierfür wurde ein an Sonderhoff angrenzendes Nachbargrundstück und -gebäude angekauft. FERMA startete mit drei Mitarbeitern und zwei EDF Misch- und Dosieranlagen.

EIN STARKES TEAM - SONDERHOFF, EDF & FERMA

Die Westhoff-Gruppe präsentiert erstmals alle Tätigkeitsfelder der drei Gesellschaften Sonderhoff, EDF und Ferma auf der K´98 in Düsseldorf. Im Fokus steht die Weltpremiere des neu entwickelten EDF Präzisionsmischkopfes MK 600.

Die drei Logos der Westhoff Gruppe aus den 1990er Jahren: Sonderhoff, EDF und FERMA

AUFBRUCH IN EIN NEUES JAHRTAUSEND

Im Jahr 2000 beteiligte sich Sonderhoff an der Sehab Trading AB und übernahm diese im Jahr 2001. Danach erfolgte die Umbenennung in SONDERHOFF SCANDINAVIA AB und der Umzug in neue moderne Räumlichkeiten in Anlingsås (bei Göteborg in Schweden).

In Italien, in Lecco (bei Como / Mailand) wurde die SONDERHOFF ITALIA SRL gegründet. SONDERHOFF ITALIA bezog ein neues Gebäude und begann mit den  Vertriebstätigkeiten. Mit eigenen EDF Misch- und Dosieranlagen wird Sonderhoff ITALIA zum Kompentenzcenter für Lohnschäumen in Italien.

DIE EXPANSION GEHT WEITER

Die Vertriebsrechte für die USA, Kanada und Mexiko neu strukturiert. Um der großen Nachfrage gerecht werden zu können wird die Entscheidung zur Gründung der SONDERHOFF USA Corp. in Elgin, Illinois getroffen. Ende 2003 wird die Sonderhoff USA Corporation gegründet und bereits im Januar 2004 wird das neue Gebäude in Elgin in der Nähe von Chicago bezogen und mit der Marktbearbeitung begonnen.

Die neue Dosieranlagen Baureihe DM 402/403, die auf einem modularen Konzept aufbaut und einfache Zugänglichkeit mit hoher Effizienz verbindet, wird vorgestellt. Mit der Vorstellung der neuen DM 402/403 geht auch die Präsentation der nächsten Generation der EDF Linearroboter TYP HD einher. Dieser Roboter ermöglicht erstmalig Beschleunigungswerte größer 10 m/s². Dies ist die Beschleunigung die beim freien Fall im Schwerefeld der Erde erreicht wird. Damit wird ohne Luftwiderstand eine Geschwindigkeit von 100 km/h in 2,83 Sekunden erreicht. Ein voll beladener Jumbo-Jet im Vergleich erfährt nur eine Beschleunigung von etwa 1,6 m/s².

Bild einer Dosieranlage, Baureihe DM 402/403, die auf einem modularen Konzept aufbaut.

2003 entschließen sich die Inhaber Heinz und Rolf Westhoff zur Restrukturierung der Unternehmensgruppe und 2004 wird die POLYMERE HOLDING GmbH gegründet ebenso wird 2004 die SONDERHOFF IBERICA S.A.U. gegründet und bezieht das neue Betriebsgebäude in Esparraguera / Barcelona. Der Start der operativen Marktbearbeitung wie auch das Angebot von Lohnschäumen erfolgt mit 4 Mitarbeitern.

Die EDF stellt mit der neuen Dosieranlage DM 302/303 eine kostengünstige Alternative zur DM 402/403 vor.

Dosieranlage DM 302/303, eine kostengünstige Alternative zur DM 402/403.

FERMAPOR® K31

Querschnitt einer FERMAPOR K31 Dichtung während des aufschaümens.

Sonderhoff entschließt sich einen neuen zweischichtigen Dichtungsschaum zu entwickeln. Dieser Schaum hat zusätzlich zu dem bekannten Polyurethandichtungskörper eine äußere sehr elastische Schutzumhüllung, die die Dichtung resistent gegen Wasser, UV-Einflüsse und mechanische Beschädigungen macht. Alle Komponenten werden bei diesem Dichtungsauftrag von EDF Dosieranlagen so präzise vermischt und dosiert, dass mit nur einem Auftrag diese zweischichtige Dichtung entsteht.

IDEEN VIELER KÖPFE - AUS EINER HAND

Sonderhoff entschließt sich zur Einführung einer Dachmarke um für alle Unternehmensteile ein einheitliches CI zu schaffen. Darüber wurden mehr als 10.000 Geschäftspartner und Interessenten informiert. Es entstanden eine Vielzahl neuer Unternehmens-, Produkt-, und Anwenderbroschüren und auch der Internetaufritt der SONDERHOFF-Gruppe erhielt ein neues Design.
Alles für mehr Transparenz im Dienst für unsere Kunden.

MOLD’n SEAL

Sonderhoff entwickelte mit dem MOLD’n SEAL Verfahren eine anspruchsvolle Integrationslösung, bei der die beiden bisher getrennten Prozesse Spritzgießen und Dichtungsschäumen in einem Fertigungsschritt unter den Gesichtspunkten Effizienz und Produktqualität kombiniert werden. Vorproduzierte Spritzgießteile und ihre Zwischenlagerung entfallen. Die Entwicklung von MOLD’n SEAL erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Spritzgießmaschinenherstellern Arburg und Engel.

Das MOLD’n SEAL Verfahren kombiniert in einer Fertigungszelle eine Spritzgieß-  mit einer  Misch- und Dosieranlage und einen Handlingsroboter. Unmittelbar nach der Entnahme aus dem Spritzgusswerkzeug wird auf das spritzgegossene Bauteil eine dafür speziell entwickelte Fast-Cure Polyurethanschaumdichtung aus der Produktfamilie FERMAPOR® K31 aufgetragen.

Die Fakten:
Mit MOLD`n SEAL lassen sich Zeit-, Platz- und Kosten einsparen:
- Kurze Ausreaktion des Dichtungsmaterials ermöglicht schnellere Weiterverarbeitung.
- Geringere Produktionsfläche durch Prozessintegration: Spritzgussanlage, 6-Achs Handlingroboter, Misch- u. Dosiermaschine und Austaktband finden Platz in einer Fertigungszelle auf kleiner Stellfläche,
- Einsparung von Investitions-, Lager und Personalkosten durch geringen Automationsaufwand.

 

       

Dosierzelle SMART – DM 402

Auf der Kunststoffmesse Fakuma 2012 stellte Sonderhoff erstmals die neue Dosierzelle SMART - DM 402 vor. Sie lässt sich aufgrund ihres kompakten Designs und den geringen Außenabmessungen auf minimaler Stellfläche gut in bestehende Fertigungskonzepte integrieren. Mit einem Verfahrbereich von 500 x 500 x 200 mm (Breite x Tiefe x Höhe) ist die Dosierzelle besonders für Kunden aus der Elektronik-, Telekommunikations- und IT-Industrie sowie für Hersteller von Medizingeräten interessant, die vor allem kleinformatige Bauteile und Systemkomponenten abdichten oder vergießen müssen.

Dosierzelle SMART – DM 402 mit automatischer Bauteilerkennung

Die Dosierzelle kann optional mit einem automatischen Bauteilerkennungssystem ausgestattet werden. Bauteile unterschiedlichster Geometrien und Größen können beliebig, ohne genaue Positionierung, auf dem Transferband abgelegt und dem Mischkopf der Dosierzelle für die Dichtungs-, Klebe- oder Vergussapplikation zugeführt werden. Die Optik erkennt automatisch die unterschiedliche Größe und Lage der Gehäuse und übermittelt die Bilddaten an das Maschinenprogramm. Das CNC-Programm wird entsprechend angepasst, damit ein konturgenaues Beschäumen oder dimensionsgenaues Verkleben und Vergießen der Teile trotz unterschiedlicher Lage und Größe möglich ist.
Dank der automatischen Bauteilerkennung  kann der Kunde Investitionskosten für die Bauteilaufnahmen an der Dosieranlage und aufwendige Einrichtungszeiten einsparen. Diese Option ist daher besonders für Unternehmen mit sehr vielen unterschiedlichen Bauteilen geeignet und ermöglicht ohne Rüstzeiten eine chaotische Teilezuführung.

Misch- und Dosieranlage DM 40x mit Siemens Steuerung

Sonderhoff stellte die Misch- und Dosieranlage DM 402/403 erstmalig ausgestattet mit der Steuerungstechnik Simotion D 445 von Siemens auf der Hannover Messe Industrie 2013 vor. Die Simotion D 445 ist ein skalierbares, modular aufgebautes, leistungsstarkes „Motion Control System“, das mit hoher Flexibilität überall dort eingesetzt wird, wo präzise Bewegungsführung eine Rolle spielt.
Mit der Simotion D 445 werden in kleinsten Takteinheiten von 2 Millisekunden die Achsen und Maschinen-Peripherie der Sonderhoff Misch- und Dosieranlagen taktsynchron gesteuert. Die Verfahrbewegungen der Achsen sind dadurch in ihrer Wiederholgenauigkeit noch präziser, was entscheidend ist für eine sehr gute Reproduzierbarkeit des Dichtungsauftrags. Die neue Steuerungstechnik zeichnet sich außerdem durch eine übersichtliche Visualisierung und Bedienung aus.

 

Misch- und Dosieranlage DM 40x mit Dichtungshöhenmessung

Die Dichtungshöhenmessung der Sonderhoff Misch- und Dosieranlagen dient dazu, eine konstant gleichbleibende Höhe der Schaumdichtung und damit die Einhaltung der Dichtungsqualität sicher zu stellen. Eine gleichbleibende Dichtungshöhe ist ein wichtiger Parameter, damit eine unter Belastung komprimierte Schaumdichtung seine optimale Dichtwirkung erreicht.
Ein Sensor misst den Abstand zwischen der ermittelten Ist- und der festgelegten Soll-Höhe der Dichtung. Die Messwerte der Dichtungshöhe werden laufend aufgezeichnet, damit anhand der Dokumentation auch im Nachhinein jederzeit eine Aussage über die Höhe und damit die Qualität der Dichtung an festgelegten Messpunkten gemacht werden kann.
Die Dichtungshöhenmessung ist als Option für die Misch- und Dosieranlage der Serien DM 40x konfigurierbar.